Scham ist das Gefühl, als Person falsch zu sein. Sie unterscheidet sich von Schuld: Schuld sagt „ich habe etwas Falsches getan“, Scham sagt „ich bin falsch“. Deshalb führt Schuld zu Wiedergutmachung, Scham zu Verstecken.
Selbstführung und Identität
Eine Schlafstörung liegt vor, wenn Einschlafen, Durchschlafen oder die Erholung durch Schlaf über Wochen beeinträchtigt sind. Bei anhaltender Belastung ist sie oft das erste Symptom, das auffällt, weil der Körper nachts das Niveau zeigt, das tagsüber von Aktivität überdeckt wird.
Nervensystem und Stress
Ein Schocktrauma entsteht durch ein einzelnes überwältigendes Ereignis: Unfall, Überfall, Operation, plötzlicher Verlust. Der Körper reagiert mit einer massiven Stressreaktion, die nicht zu Ende laufen konnte, und behält die dazugehörige Erregung.
Trauma und Prägung
Schuldgefühle entstehen, wenn das eigene Handeln den eigenen Werten widerspricht. Sie sind grundsätzlich funktional, weil sie zu Korrektur führen. Problematisch werden sie, wenn sie dauerhaft bestehen, ohne dass es etwas zu korrigieren gibt.
Selbstführung und Identität
Selbstfürsorge ist der verlässliche Umgang mit den eigenen Grundbedürfnissen: Schlaf, Bewegung, Essen, Kontakt, Ruhe. Sie hat wenig mit Wellness zu tun und viel mit Wiederholung. Sie ist die Voraussetzung dafür, für andere überhaupt verfügbar zu sein.
Selbstführung und Identität
Selbstliebe ist eine wohlwollende Haltung sich selbst gegenüber, auch dann, wenn man versagt hat. Sie ist kein Gefühl, das man herstellen kann, sondern eine Praxis: wie du mit dir sprichst, was du dir zumutest, was du dir erlaubst.
Selbstführung und Identität
Selbstmitgefühl ist die Fähigkeit, sich selbst in schwierigen Momenten freundlich zu begegnen. Nach Kristin Neff besteht es aus drei Teilen: Freundlichkeit statt Selbstkritik, das Wissen um gemeinsames Menschsein, und Achtsamkeit statt Übertreibung oder Verdrängung.
Selbstführung und Identität
Selbstreflexion ist das prüfende Nachdenken über eigenes Verhalten, Motive und Wirkung. Sie ist nützlich, solange sie zu etwas führt. Wird sie zum Dauerzustand, ist sie kaum von Grübeln zu unterscheiden und ersetzt dann Handeln, statt es vorzubereiten.
Selbstführung und Identität
Selbstregulation ist die Fähigkeit, den eigenen inneren Zustand aktiv zu beeinflussen: sich zu beruhigen, wenn die Erregung hochgeht, und sich zu aktivieren, wenn alles zäh wird. Sie ist keine Charakterstärke, sondern eine erlernbare körperliche Fertigkeit.
Nervensystem und Stress
Selbstwert ist die grundlegende Überzeugung, als Mensch in Ordnung zu sein, unabhängig von Leistung. Er unterscheidet sich vom Selbstvertrauen, das sich auf Fähigkeiten bezieht. Wer viel kann und wenig Selbstwert hat, erlebt Erfolg als Erleichterung statt als Bestätigung.
Selbstführung und Identität
Selbstwirksamkeit ist die Überzeugung, mit eigenem Handeln etwas bewirken zu können. Der Begriff geht auf Albert Bandura zurück. Sie ist der beste Schutz gegen Ohnmachtsgefühle und entsteht vor allem durch eigene Erfahrungen des Gelingens, nicht durch Zuspruch.
Selbstführung und Identität
Sexuelle Unlust in einer Partnerschaft ist selten ein rein sexuelles Problem. Häufige Ursachen sind Dauerstress, ungelöste Konflikte, fehlende emotionale Sicherheit, Mental Load und Erschöpfung. Der Körper schaltet Lust ab, wenn er im Alarm- oder Erschöpfungszustand ist.
Beziehung und Konflikt
Shutdown ist das Herunterfahren des Nervensystems, wenn die Belastung zu groß wird. Energie, Gefühl und Zugang zu Sprache brechen weg. Der Mensch wirkt gleichgültig, ist aber in einem Notzustand, aus dem er nicht durch Willen herauskommt.
Nervensystem und Stress
Ein sicher gebundener Mensch kann Nähe zulassen und Alleinsein aushalten. Er sucht Kontakt, wenn es ihm schlecht geht, ohne zu klammern, und kann Abstand geben, ohne sich verlassen zu fühlen. Konflikte bedrohen die Beziehung nicht in ihrem Bestand.
Beziehung und Konflikt
Der sichere Ort ist eine Stabilisierungsübung aus der Traumaarbeit. Dabei wird innerlich ein Ort aufgebaut, an dem der Körper Sicherheit erlebt, real oder vorgestellt. Er dient als Anker, zu dem man bei zu großer Belastung zurückkehren kann.
Trauma und Prägung
Silent Treatment ist bewusstes Schweigen als Machtmittel: Kontakt wird verweigert, bis der andere nachgibt. Es unterscheidet sich vom Rückzug zur Regulation dadurch, dass es kein Ende hat und nicht angekündigt wird. Es wirkt als Bestrafung und erzeugt tiefe Unsicherheit.
Beziehung und Konflikt
Eine Sinnkrise ist ein Zustand, in dem der bisherige Lebensentwurf seine Selbstverständlichkeit verliert. Die Frage „wofür mache ich das eigentlich?“ lässt sich nicht mehr wegschieben. Sie ist unangenehm und selten ein Symptom, sondern meistens ein notwendiger Übergang.
Selbstführung und Identität
Somatic Experiencing ist ein von Peter Levine entwickelter körperorientierter Ansatz zur Traumaarbeit. Statt die Geschichte zu erzählen, wird in kleinen Dosen mit körperlichen Empfindungen gearbeitet, damit festgehaltene Stressenergie sich lösen kann.
Trauma und Prägung
Spiegelneuronen sind Nervenzellen, die sowohl beim eigenen Handeln als auch beim Beobachten desselben Handelns bei anderen aktiv werden. Sie gelten als eine Grundlage dafür, dass Menschen Zustände voneinander übernehmen: Anspannung ebenso wie Ruhe.
Nervensystem und Stress
Stabilisierung ist die erste Phase der Traumaarbeit. Bevor an Erinnerungen gearbeitet wird, geht es um Sicherheit im Außen, Umgang mit Übererregung und den Aufbau von Ressourcen. Ohne diese Phase führt Konfrontation eher zu Verschlechterung als zu Verarbeitung.
Trauma und Prägung
Der stille Abschied ist der innere Rückzug aus einer Beziehung, lange bevor sie äußerlich endet. Er verläuft in Phasen: erst Ansprechen, dann Nachlassen, dann Resignation, zuletzt Gleichgültigkeit. Wenn die Trennung ausgesprochen wird, ist sie innerlich oft seit Jahren vollzogen.
Beziehung und Konflikt
Stonewalling bedeutet, sich mitten im Gespräch innerlich zu verschließen: keine Antwort, kein Blickkontakt, keine Reaktion. Es ist eines der vier Muster nach Gottman und meist keine Bosheit, sondern Folge einer körperlichen Überflutung, aus der jemand nicht mehr herauskommt.
Beziehung und Konflikt
Der Sympathikus ist der aktivierende Teil des autonomen Nervensystems. Er stellt Energie bereit, wenn dein Körper Gefahr oder Herausforderung wahrnimmt: Herzschlag und Atmung beschleunigen, Muskeln spannen an, die Aufmerksamkeit verengt sich. Er macht dich kampf- und fluchtbereit, im echten Notfall wie im Streit am Küchentisch.
Nervensystem und Stress