Was es tut, während du redest
Dein autonomes Nervensystem arbeitet die ganze Zeit im Hintergrund und fragt dich nicht um Erlaubnis. Es reguliert Herzschlag, Atmung, Blutdruck, Verdauung und Muskeltonus. Und es scannt permanent die Umgebung nach Signalen von Sicherheit oder Gefahr, lange bevor dein Verstand etwas davon mitbekommt.
Genau das erlebst du in einer aufgeladenen Diskussion. Dein Puls geht hoch, der Brustkorb wird eng, die Stimme klettert nach oben. Du hast das nicht entschieden. Dein Körper hat entschieden, dass hier gerade etwas auf dem Spiel steht, und hat vorsorglich Energie bereitgestellt.
Die zwei Hauptschalter
Klassisch wird das System in zwei Äste geteilt: den Sympathikus, der aktiviert und mobilisiert, und den Parasympathikus, der beruhigt und regeneriert. Die Polyvagal-Theorie hat den beruhigenden Teil noch einmal aufgeteilt, weil Erstarren und Entspannen zwei völlig verschiedene Zustände sind, auch wenn beide von außen still aussehen.
Für den Alltag ist die Unterscheidung wichtiger, als sie klingt. Ein Mensch, der im Streit verstummt, wirkt ruhig. In seinem Körper ist aber oft das Gegenteil los.
