Amir Reichart

Grounding

Auch: Erdung, Grounding-Techniken

Grounding bezeichnet Techniken, die dich über die Sinne in die Gegenwart zurückholen, wenn dein Nervensystem in Alarm oder Erstarrung ist. Typisch sind das Spüren der Füße am Boden, das Benennen sichtbarer Gegenstände oder das Halten eines kalten Gegenstands.

Warum das banal klingt und trotzdem wirkt

Im Alarmzustand ist die Aufmerksamkeit entweder in der Zukunft oder in der Vergangenheit. Grounding zieht sie mit einer Aufgabe zurück, die nur im Hier lösbar ist: fünf Dinge sehen, vier hören, drei spüren.

Der Effekt ist nicht Entspannung, sondern Orientierung. Und Orientierung ist die Vorbedingung für alles Weitere.

Wann es nicht reicht

Grounding ist ein Werkzeug für den Moment. Wer jeden Tag mehrfach grounden muss, um durchzukommen, hat kein Technikproblem, sondern ein Belastungsproblem. Dann ist die Frage nicht, welche Übung besser wirkt, sondern was da eigentlich dauerhaft zu viel ist.

Verwandte Begriffe

Dieser Eintrag dient der Orientierung und ersetzt keine Diagnose und keine Behandlung. Bei anhaltender Belastung wende dich an eine ärztliche oder psychotherapeutische Praxis. Zurück zur Glossar-Übersicht.