Amir Reichart

Verlustangst

Auch: Angst vor dem Verlassenwerden, Verlassenheitsangst

Verlustangst ist die anhaltende Angst, den Partner zu verlieren, auch ohne konkreten Anlass. Sie zeigt sich als Kontrollbedürfnis, ständige Rückversicherung, Eifersucht oder Anpassung bis zur Selbstaufgabe. Sie wurzelt fast immer in frühen Erfahrungen von unzuverlässiger Zuwendung.

Die Logik, die von innen zwingend ist

Wenn du damit rechnest, verlassen zu werden, ist jede Wachsamkeit vernünftig. Du liest Nachrichten anders. Du merkst, wenn ein Blick kürzer ist. Du wirst zum Experten für Anzeichen, die es meistens gar nicht gibt.

Das Problem: Diese Wachsamkeit erzeugt genau das Klima, das den anderen distanziert. Die Angst produziert ihren eigenen Beweis.

Was tatsächlich hilft

Rückversicherung hilft für zwanzig Minuten. Was länger hilft, ist die Fähigkeit, den eigenen Alarmzustand zu senken, ohne dass der andere etwas tun muss.

Und ein Partner, der verlässlich ist und es bleibt, auch wenn es unbequem wird. Beides zusammen verändert über Jahre tatsächlich etwas.

Verwandte Begriffe

Dieser Eintrag dient der Orientierung und ersetzt keine Diagnose und keine Behandlung. Bei anhaltender Belastung wende dich an eine ärztliche oder psychotherapeutische Praxis. Zurück zur Glossar-Übersicht.