Amir Reichart

Bindungstrauma

Auch: Beziehungstrauma, Attachment Trauma

Ein Bindungstrauma entsteht, wenn genau der Mensch, der Schutz geben sollte, die Quelle von Angst oder Unsicherheit war. Das Nervensystem lernt dann, dass Nähe und Gefahr zusammengehören. Nähe löst später Anspannung aus, obwohl der Mensch sich Nähe wünscht.

Der Widerspruch, der die Beziehung prägt

Ein Kind, das Angst vor der Bezugsperson hat, steckt in einer unlösbaren Lage. Der Impuls sagt: hin zu ihr. Der Schutzimpuls sagt: weg von ihr. Beides gleichzeitig.

Als Erwachsener zeigt sich das als das bekannte Muster: Sobald es ernst wird, kommt der Rückzug. Nicht, weil die Gefühle fehlen, sondern weil sie zu stark sind.

Warum es sich in guten Beziehungen zeigt

Ein Bindungstrauma zeigt sich selten in oberflächlichen Kontakten. Es wird erst dann sichtbar, wenn jemand nah genug kommt, um wichtig zu werden.

Deshalb erleben viele Menschen, dass ausgerechnet die verlässlichste Beziehung ihres Lebens die schwerste ist.

Verwandte Begriffe

Dieser Eintrag dient der Orientierung und ersetzt keine Diagnose und keine Behandlung. Bei anhaltender Belastung wende dich an eine ärztliche oder psychotherapeutische Praxis. Zurück zur Glossar-Übersicht.