Amir Reichart

Verachtung

Auch: Geringschätzung, Herablassung

Verachtung ist die Herabsetzung des Partners durch Spott, Sarkasmus, Augenrollen oder abwertenden Tonfall. Sie gilt in der Paarforschung als das schädlichste Kommunikationsmuster überhaupt, weil sie den anderen nicht kritisiert, sondern unter sich stellt.

Wo sie herkommt

Verachtung ist selten der Anfang. Sie entsteht aus lange angesammeltem, nie ausgesprochenem Groll. Wer über Jahre schluckt, verachtet irgendwann.

Deshalb ist Verachtung ein Symptom für etwas, das viel früher nicht gesagt wurde.

Was dagegen wirkt

Nicht der Vorsatz, netter zu sein. Was messbar wirkt, ist eine Kultur der Wertschätzung außerhalb des Streits: aussprechen, was man am anderen schätzt, regelmäßig, auch wenn es sich künstlich anfühlt.

Gottman beschreibt das als das einzige wirksame Gegengift.

Verwandte Begriffe

Dieser Eintrag dient der Orientierung und ersetzt keine Diagnose und keine Behandlung. Bei anhaltender Belastung wende dich an eine ärztliche oder psychotherapeutische Praxis. Zurück zur Glossar-Übersicht.