Amir Reichart

Toleranzfenster

Auch: Window of Tolerance, Regulationsfenster

Das Toleranzfenster ist der Bereich innerer Erregung, in dem du denken und fühlen gleichzeitig kannst. Innerhalb dieses Fensters bist du ansprechbar und handlungsfähig. Darüber kippst du in Übererregung, darunter in Erstarrung. Der Begriff stammt von Dan Siegel.

Der Bereich, in dem Gespräche funktionieren

Innerhalb des Fensters kannst du widersprechen, ohne die Beziehung infrage zu stellen. Du hörst Kritik und hältst sie aus. Du spürst Ärger und wirst nicht zum Ärger.

Verlässt du das Fenster nach oben, wird alles laut und eng. Verlässt du es nach unten, wird alles fern und stumpf. In beiden Fällen ist das Gespräch vorbei, auch wenn noch geredet wird.

Warum deins schmaler sein kann als seins

Die Breite des Fensters ist nicht angeboren fixiert. Chronischer Stress, wenig Schlaf, alte Verletzungen und Dauerbelastung verengen es. Erholung, Bewegung, sichere Beziehungen und regelmäßige Regulation weiten es.

Wer seit Monaten unter Druck steht, hat kein Charakterproblem, wenn er dünnhäutig wird. Er hat ein schmal gewordenes Fenster.

Häufige Fragen

Wie erweitere ich mein Toleranzfenster?

Über Wiederholung, nicht über Einsicht. Kurze Regulationsübungen mehrmals täglich wirken mehr als eine lange Sitzung pro Woche. Dazu gehören verlängertes Ausatmen, Bewegung, Schlaf, und der bewusste Kontakt zu Menschen, bei denen dein System runterkommt. Jedes Mal, wenn du einen erhöhten Zustand bemerkst und wieder herunterkommst, ohne dass etwas eskaliert, wird das Fenster ein Stück breiter.

Ausführlich im Blog

Verwandte Begriffe

Dieser Eintrag dient der Orientierung und ersetzt keine Diagnose und keine Behandlung. Bei anhaltender Belastung wende dich an eine ärztliche oder psychotherapeutische Praxis. Zurück zur Glossar-Übersicht.