Amir Reichart

Sympathikus

Der Sympathikus ist der aktivierende Teil des autonomen Nervensystems. Er stellt Energie bereit, wenn dein Körper Gefahr oder Herausforderung wahrnimmt: Herzschlag und Atmung beschleunigen, Muskeln spannen an, die Aufmerksamkeit verengt sich. Er macht dich kampf- und fluchtbereit, im echten Notfall wie im Streit am Küchentisch.

Woran du ihn erkennst

Enge Brust, flache und schnelle Atmung, ein Herz, das du bis in den Hals spürst. Kalte Hände, weil das Blut in die großen Muskeln umgeleitet wird. Ein Kopf, der plötzlich sehr schnell und sehr eng denkt: nur noch das Problem, keine Bilder mehr davon, wie es gut ausgehen könnte.

Im Beruf fühlt sich das oft gut an. Der Sympathikus ist der Zustand, in dem Menschen Deadlines schaffen und Verhandlungen gewinnen. Das Problem ist nicht, dass er anspringt. Das Problem ist, wenn er nicht mehr ausgeht.

Wenn er nicht mehr abschaltet

Ein Sympathikus, der über Monate im Hintergrund läuft, kostet den Körper. Schlaf wird oberflächlich, Verdauung wird träge, der Rücken verhärtet, und die Reizschwelle sinkt so weit, dass eine harmlose Frage am Abend wie ein Angriff ankommt.

Deshalb ist der Satz „ich bin doch gar nicht gestresst“ so oft falsch. Der Körper hat sich an das Niveau gewöhnt und meldet es nicht mehr als Ausnahme.

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Dieser Eintrag dient der Orientierung und ersetzt keine Diagnose und keine Behandlung. Bei anhaltender Belastung wende dich an eine ärztliche oder psychotherapeutische Praxis. Zurück zur Glossar-Übersicht.