Amir Reichart

Dysregulation

Auch: Nervensystem-Dysregulation, Emotionale Dysregulation

Dysregulation heißt, dass dein Nervensystem nicht mehr passend auf die Lage reagiert. Es schaltet zu schnell auf Alarm, kommt zu langsam wieder runter oder pendelt zwischen Übererregung und Erstarrung. Kleine Auslöser erzeugen dann große Reaktionen.

Das Missverhältnis, an dem du es merkst

Das verlässlichste Zeichen ist nicht die Stärke deiner Reaktion, sondern das Missverhältnis. Eine Frage nach dem Wochenendplan, und in dir kippt etwas. Ein Blick, und du bist eine Stunde später noch nicht bei dir.

Wer dysreguliert ist, ist nicht dünnhäutig oder überempfindlich. Sein System hat gelernt, dass Wachsamkeit sicherer ist als Entspannung.

Wie sie zu zweit entsteht

Zwei dysregulierte Menschen erzeugen ein drittes System zwischen sich. Ihre Anspannung triggert seine, seine Erstarrung triggert ihre Angst, und beide bestätigen sich gegenseitig, dass es aussichtslos ist.

Aus diesem Kreis kommt man selten über bessere Argumente heraus. Sondern darüber, dass einer von beiden zuerst aussteigt und seinen eigenen Zustand ändert.

Verwandte Begriffe

Dieser Eintrag dient der Orientierung und ersetzt keine Diagnose und keine Behandlung. Bei anhaltender Belastung wende dich an eine ärztliche oder psychotherapeutische Praxis. Zurück zur Glossar-Übersicht.