Amir Reichart

Wut

Auch: Ärger, Zorn

Wut ist eine Grundemotion, die anzeigt, dass eine Grenze überschritten oder ein Bedürfnis verletzt wurde. Sie mobilisiert Energie für Widerstand. Sie ist weder gut noch schlecht, entscheidend ist, was mit ihr geschieht: ausgedrückt, unterdrückt oder auf Umwegen abgeladen.

Wut als Meldung, nicht als Problem

Wut zeigt zuverlässig an, wo etwas nicht stimmt. Wer sie sich abtrainiert, verliert diese Anzeige und merkt zu spät, dass er längst über seine Grenze hinaus ist.

Menschen, die nie wütend werden, haben deshalb selten weniger Konflikte. Sie haben nur später größere.

Was darunter liegt

Bei vielen Männern ist Wut das einzige Gefühl, das erlaubt war. Dann kommt sie auch dort, wo eigentlich Angst, Trauer oder Scham wäre.

Die nützliche Frage im Nachhinein: Was war eine Sekunde vor der Wut da? Die Antwort ist fast nie Wut.

Verwandte Begriffe

Dieser Eintrag dient der Orientierung und ersetzt keine Diagnose und keine Behandlung. Bei anhaltender Belastung wende dich an eine ärztliche oder psychotherapeutische Praxis. Zurück zur Glossar-Übersicht.