Amir Reichart

Männlichkeit

Auch: Männerbild, Toxische Männlichkeit, Männlichkeitsnormen

Männlichkeit meint hier die gesellschaftlich vermittelten Normen dafür, wie ein Mann zu sein hat: leistungsfähig, unabhängig, beherrscht, nicht bedürftig. Diese Normen sind erlernt, nicht angeboren, und stehen in direktem Konflikt mit dem, was Beziehung verlangt.

Was Jungen früh lernen

Nicht weinen. Nicht klagen. Alleine klarkommen. Diese Sätze werden selten so gesagt, sie werden vorgelebt. Ein Kind lernt sie in dem Alter, in dem es noch keine Fragen dazu stellen kann.

Dreißig Jahre später sitzt ein Mann vor seiner Partnerin, die sagt „ich will wissen, wie es dir geht“, und da ist nichts.

Der Preis

Männer gehen später zum Arzt, haben weniger enge Freundschaften und eine deutlich höhere Suizidrate. Das ist nicht Biologie, das ist die Rechnung für eine Norm.

Und in Beziehungen: der Rückzug, den die Partnerin als Desinteresse liest und der Selbstschutz ist.

Verwandte Begriffe

Dieser Eintrag dient der Orientierung und ersetzt keine Diagnose und keine Behandlung. Bei anhaltender Belastung wende dich an eine ärztliche oder psychotherapeutische Praxis. Zurück zur Glossar-Übersicht.