Amir Reichart

Passive Aggressivität

Auch: Passiv-aggressives Verhalten

Passive Aggressivität ist indirekt geäußerter Ärger. Statt Widerspruch kommen Vergessen, Verzögern, spitze Bemerkungen, demonstrative Zustimmung oder Hilfe, die keine ist. Der Ärger ist deutlich spürbar und wird gleichzeitig bestritten, was den anderen ratlos zurücklässt.

Woran du es erkennst

Am Widerspruch zwischen Worten und Wirkung. „Ist alles okay“, gesagt in einem Ton, bei dem klar nichts okay ist. Die Zusage, die dann drei Wochen dauert. Das Kompliment mit dem Stachel hinten dran.

Der verlässlichste Hinweis: Du fühlst dich hinterher schuldig, ohne zu wissen wofür.

Warum jemand so handelt

Fast immer, weil offener Ärger einmal gefährlich war. Wer als Kind nicht widersprechen durfte, entwickelt Wege, Widerstand zu leisten, ohne erwischt zu werden.

Als Erwachsener ist das keine Bosheit, sondern eine veraltete Überlebensstrategie mit hohem Preis für alle Beteiligten.

Was hilft

Die Wirkung benennen statt die Absicht zu unterstellen. Nicht „du bist passiv-aggressiv“, sondern „du sagst ja und es passiert nichts, und ich weiß nicht, woran ich bin“.

Und aushalten, wenn der andere abstreitet. Der erste Versuch führt selten zu einem offenen Gespräch.

Verwandte Begriffe

Dieser Eintrag dient der Orientierung und ersetzt keine Diagnose und keine Behandlung. Bei anhaltender Belastung wende dich an eine ärztliche oder psychotherapeutische Praxis. Zurück zur Glossar-Übersicht.