Amir Reichart

Alexithymie

Auch: Gefühlsblindheit, Emotionale Wortlosigkeit

Alexithymie bezeichnet die Schwierigkeit, eigene Gefühle wahrzunehmen und in Worte zu fassen. Betroffene spüren körperliche Zustände, können sie aber nicht als Emotion einordnen. Auf die Frage, wie es ihnen geht, antworten sie mit Gedanken oder mit „gut“.

Warum es keine Unwilligkeit ist

Der häufigste Vorwurf lautet, jemand wolle nicht über Gefühle reden. Bei ausgeprägter Alexithymie ist es keine Weigerung, sondern ein fehlender Zugang. Da ist Druck im Brustkorb, und es gibt kein Wort dafür.

Für den Partner ist das schwer von Verweigerung zu unterscheiden, weil das Ergebnis dasselbe ist.

Wo es herkommt

Häufig aus einer Umgebung, in der Gefühle weder benannt noch gefragt wurden. Ein Kind lernt Gefühlsworte so, wie es Sprache lernt: dadurch, dass jemand sie benutzt.

Wenn niemand sie benutzt hat, fehlt der Wortschatz später, ohne dass es je aufgefallen wäre.

Verwandte Begriffe

Dieser Eintrag dient der Orientierung und ersetzt keine Diagnose und keine Behandlung. Bei anhaltender Belastung wende dich an eine ärztliche oder psychotherapeutische Praxis. Zurück zur Glossar-Übersicht.