Amir Reichart

Oxytocin

Auch: Bindungshormon, Kuschelhormon

Oxytocin ist ein Hormon und Botenstoff, der bei Berührung, Blickkontakt, Vertrauen und Nähe ausgeschüttet wird. Es senkt Stressreaktionen, fördert Bindung und macht es leichter, sich auf jemanden einzulassen. Es ist der biochemische Gegenspieler des Alarmzustands.

Warum eine lange Umarmung mehr bringt als ein Gespräch

Für die Ausschüttung braucht es Dauer, nicht Intensität. Eine kurze Begrüßungsumarmung reicht oft nicht. Zwanzig Sekunden ruhiges Halten verändert messbar, wie zwei Menschen anschließend miteinander sprechen.

Das ist der Grund, warum manche Paare nach einer Umarmung plötzlich das Gespräch führen können, das vorher unmöglich war.

Kein Wundermittel

Oxytocin wirkt kontextabhängig. Es stärkt Bindung an die eigene Gruppe und kann Misstrauen gegenüber allem außerhalb sogar erhöhen. Und es ersetzt keine Klärung. Es schafft nur den Zustand, in dem Klärung möglich wird.

Verwandte Begriffe

Dieser Eintrag dient der Orientierung und ersetzt keine Diagnose und keine Behandlung. Bei anhaltender Belastung wende dich an eine ärztliche oder psychotherapeutische Praxis. Zurück zur Glossar-Übersicht.