Amir Reichart

Transgenerationales Trauma

Auch: Generationstrauma, Weitergegebenes Trauma

Transgenerationales Trauma bezeichnet die Weitergabe von Traumafolgen über Generationen hinweg. Nicht das Ereignis wird vererbt, sondern das Verhalten, das daraus entstand: Schweigen, Härte, Wachsamkeit, Distanz. Kinder übernehmen die Muster, ohne die Geschichte zu kennen.

Der Großvater, über den nie geredet wurde

In vielen deutschen Familien gibt es eine Generation, die Krieg, Flucht oder Vertreibung erlebt und danach funktioniert hat. Nicht geredet, weitergemacht. Die Kinder wuchsen mit einer Härte auf, für die es keine Erklärung gab.

Deren Kinder wiederum sitzen heute in Coachings und fragen sich, warum sie Gefühle für Schwäche halten, obwohl ihnen nie jemand das gesagt hat.

Was sich lösen lässt

Die Geschichte lässt sich nicht rückgängig machen. Das Muster lässt sich unterbrechen. Meistens beginnt das damit, dass jemand zum ersten Mal ausspricht, was in der Familie nie gesagt wurde.

Verwandte Begriffe

Dieser Eintrag dient der Orientierung und ersetzt keine Diagnose und keine Behandlung. Bei anhaltender Belastung wende dich an eine ärztliche oder psychotherapeutische Praxis. Zurück zur Glossar-Übersicht.