Amir Reichart

Dissoziation

Auch: Abspaltung, Dissoziative Zustände

Dissoziation ist eine Schutzreaktion, bei der das Erleben sich vom Moment abkoppelt. Menschen beschreiben es als „nicht ganz da sein“, „wie hinter Glas“ oder „von außen zusehen“. Sie tritt auf, wenn eine Situation innerlich zu viel wird.

Das Alltagsgesicht

Dissoziation ist nicht immer dramatisch. Sie zeigt sich als plötzliche Müdigkeit im Konflikt, als Nebel im Kopf, als verlorene Minuten auf der Autobahn, als das Gefühl, sich selbst beim Reden zuzuhören.

In Beziehungen ist sie oft das, was der Partner als Abwesenheit erlebt: körperlich da, sonst nicht.

Warum sie sinnvoll war

Für ein Kind, das in einer Situation gefangen war, aus der es nicht fliehen konnte, war das Weggehen im Inneren die einzige verfügbare Flucht. Das System hat damals das Beste gemacht, was möglich war.

Das Problem ist nur, dass es die Fähigkeit behalten hat und heute noch nutzt, wenn es zu eng wird.

Verwandte Begriffe

Dieser Eintrag dient der Orientierung und ersetzt keine Diagnose und keine Behandlung. Bei anhaltender Belastung wende dich an eine ärztliche oder psychotherapeutische Praxis. Zurück zur Glossar-Übersicht.