Amir Reichart

Retraumatisierung

Retraumatisierung bedeutet, dass eine alte traumatische Erfahrung durch eine neue Situation erneut aktiviert und verstärkt wird. Sie kann durch ähnliche Ereignisse entstehen, aber auch durch unbegleitetes Konfrontieren mit belastenden Erinnerungen.

Warum „einfach mal drüber reden“ riskant ist

Der gut gemeinte Rat, sich der Sache zu stellen, kann schaden, wenn kein sicherer Rahmen da ist. Erinnerung ohne Halt ist keine Verarbeitung, sondern Wiederholung.

Deshalb arbeitet gute Traumaarbeit zuerst an Stabilität und Ressourcen und erst dann am Inhalt.

Woran du sie erkennst

Nach einem Gespräch geht es dir nicht erleichtert, sondern schlechter. Über Tage. Schlaf verschlechtert sich, Reizbarkeit steigt, der Rückzug wird stärker. Das ist ein Signal, langsamer zu machen und Begleitung zu suchen.

Verwandte Begriffe

Dieser Eintrag dient der Orientierung und ersetzt keine Diagnose und keine Behandlung. Bei anhaltender Belastung wende dich an eine ärztliche oder psychotherapeutische Praxis. Zurück zur Glossar-Übersicht.