Amir Reichart

Gaslighting

Auch: Realitätsverdrehung

Gaslighting ist eine Form psychischer Manipulation, bei der jemand systematisch die Wahrnehmung eines anderen infrage stellt. Typische Sätze sind „das hast du dir eingebildet“ oder „so war das nie“. Ziel ist, dass die betroffene Person dem eigenen Erleben nicht mehr traut.

Woran du es unterscheidest

Zwei Menschen erinnern sich unterschiedlich. Das ist normal. Gaslighting ist es, wenn eine Seite systematisch die Wirklichkeit der anderen bestreitet, und zwar auch bei Dingen, die überprüfbar sind.

Das verlässlichste Zeichen liegt nicht im einzelnen Gespräch, sondern in der Wirkung über Zeit: Du beginnst, alles aufzuschreiben, um dir selbst zu glauben.

Was es anrichtet

Es zerstört die Fähigkeit, sich auf die eigene Wahrnehmung zu verlassen. Betroffene fragen ständig andere, ob sie überreagieren, und werden zunehmend abhängig von der Einschätzung genau der Person, die sie verunsichert.

Wenn du dich hier wiedererkennst, hol dir Außenperspektive. Das ist nichts, was man allein sortiert.

Häufige Fragen

Woran erkenne ich Gaslighting?

An der Wirkung, nicht an einzelnen Sätzen. Wenn du regelmäßig an deinem Gedächtnis zweifelst, Gespräche mitschreibst oder aufnimmst, um dir selbst zu glauben, und wenn du Freunde immer wieder fragst, ob du überreagierst, ist das ein deutliches Zeichen. Einzelne unterschiedliche Erinnerungen sind normal, dieses Muster ist es nicht.

Verwandte Begriffe

Dieser Eintrag dient der Orientierung und ersetzt keine Diagnose und keine Behandlung. Bei anhaltender Belastung wende dich an eine ärztliche oder psychotherapeutische Praxis. Zurück zur Glossar-Übersicht.