Amir Reichart

Parasympathikus

Der Parasympathikus ist der beruhigende Teil des autonomen Nervensystems. Er senkt Puls und Blutdruck, vertieft die Atmung, startet Verdauung, Heilung und Regeneration. Nur in diesem Zustand ist echte Nähe möglich, weil der Körper erst dann genug Sicherheit meldet, um sich zu öffnen.

Der Zustand, in dem Beziehung stattfindet

Gespräche, die etwas verändern, finden nicht im Alarmzustand statt. Sie brauchen einen Körper, der weit genug heruntergefahren ist, um zuzuhören, statt sich zu verteidigen. Genau das ist die Aufgabe des Parasympathikus.

Deshalb ist der Rat „redet doch mal in Ruhe darüber“ nicht falsch, aber unvollständig. Die Ruhe ist keine Umgebung, sondern ein körperlicher Zustand, und der muss erst hergestellt werden.

Warum Stille nicht automatisch Ruhe ist

Der Parasympathikus hat zwei sehr verschiedene Gesichter. Das eine ist Erholung: satt, warm, verbunden. Das andere ist Erstarrung: taub, weit weg, wie hinter Glas. Beides sieht von außen ruhig aus. Nur eines davon ist es auch.

Wenn dein Partner im Streit still wird, ist das fast nie Gelassenheit. Es ist häufiger der zweite Zustand.

Verwandte Begriffe

Dieser Eintrag dient der Orientierung und ersetzt keine Diagnose und keine Behandlung. Bei anhaltender Belastung wende dich an eine ärztliche oder psychotherapeutische Praxis. Zurück zur Glossar-Übersicht.