Amir Reichart

Scham

Scham ist das Gefühl, als Person falsch zu sein. Sie unterscheidet sich von Schuld: Schuld sagt „ich habe etwas Falsches getan“, Scham sagt „ich bin falsch“. Deshalb führt Schuld zu Wiedergutmachung, Scham zu Verstecken.

Der Unterschied mit den größten Folgen

Schuld ist nützlich. Sie zeigt, dass etwas repariert werden muss, und lässt sich auflösen. Scham lässt sich nicht auflösen, weil sie keine Handlung meint, sondern eine Person.

Wer in Scham steckt, entschuldigt sich nicht. Er verschwindet, wird aggressiv oder erklärt sich.

Warum sie in Beziehungen so viel Schaden anrichtet

Ein beschämter Mensch kann nicht zuhören. Sein System ist voll damit beschäftigt, sich zu schützen. Deshalb eskalieren Gespräche, in denen jemand sich als Person angegriffen fühlt, fast immer.

Das ist der praktische Grund, warum Kritik am Verhalten wirkt und Kritik an der Person nicht.

Verwandte Begriffe

Dieser Eintrag dient der Orientierung und ersetzt keine Diagnose und keine Behandlung. Bei anhaltender Belastung wende dich an eine ärztliche oder psychotherapeutische Praxis. Zurück zur Glossar-Übersicht.