Warum der Vergleich nicht funktioniert
Der häufigste Satz von Menschen, die etwas mit sich herumtragen, lautet: „Anderen ist Schlimmeres passiert.“ Das stimmt fast immer und hilft nie. Trauma bemisst sich nicht an der Schwere des Ereignisses, sondern daran, ob der Mensch damals damit allein war.
Genau darin liegt der Unterschied. Ein Kind, das etwas Schweres erlebt und danach gehalten wird, verarbeitet es. Ein Kind, das etwas Kleineres erlebt und damit allein bleibt, oft nicht.
Wie es sich Jahrzehnte später zeigt
Selten als Erinnerung. Meistens als Reaktion, die nicht zur Lage passt: ein Zusammenzucken bei einem bestimmten Tonfall, ein Dichtmachen bei Nähe, eine Wut, die aus dem Nichts kommt und drei Nummern zu groß ist.
Der Körper hat gespeichert, der Kopf hat abgelegt. Deshalb wirkt es von außen unlogisch und ist es innen nicht.
Was hilft und was nicht
Verstehen allein löst es nicht. Viele Menschen können ihre Geschichte präzise erklären und trotzdem hat sich nichts geändert. Was hilft, geht über den Körper und über einen Menschen, bei dem es sicher genug ist, dass etwas hochkommen darf.
Bei schwerer Symptomatik gehört das in psychotherapeutische Hände, nicht ins Coaching.
