Amir Reichart

Vertrauen

Auch: Urvertrauen, Vertrauensverlust

Vertrauen in einer Beziehung heißt, davon ausgehen zu können, dass der andere die eigenen Interessen mitdenkt, auch wenn man nicht hinsieht. Es entsteht durch viele kleine erfüllte Zusagen, nicht durch große Erklärungen, und bricht meist nicht durch ein Ereignis, sondern durch Wiederholung.

Wie es tatsächlich entsteht

Nicht durch Treueschwüre. Durch den Rückruf, der kam, obwohl er unwichtig war. Durch das Zuhören an einem Abend, an dem jemand müde war. Durch die kleine Zusage, die eingehalten wurde, als niemand es überprüft hätte.

Gottman nennt diese Momente Bids, kleine Kontaktangebote. Vertrauen ist die Bilanz daraus über Jahre.

Warum es nach einem Bruch so lange dauert

Weil das Nervensystem nicht auf Erklärungen reagiert, sondern auf Wiederholung. Ein einziges glaubwürdiges Gespräch reicht nie. Es braucht viele Monate übereinstimmender Erfahrung, bis der Alarm nicht mehr sofort anspringt.

Wer in dieser Zeit Ungeduld zeigt, verlängert sie.

Verwandte Begriffe

Dieser Eintrag dient der Orientierung und ersetzt keine Diagnose und keine Behandlung. Bei anhaltender Belastung wende dich an eine ärztliche oder psychotherapeutische Praxis. Zurück zur Glossar-Übersicht.