Amir Reichart

Kampf-Flucht-Reaktion

Auch: Fight or Flight, Kampf-oder-Flucht-Reaktion

Die Kampf-Flucht-Reaktion ist die schnelle Stressantwort des Körpers auf wahrgenommene Gefahr. Adrenalin wird ausgeschüttet, Herzschlag und Atmung beschleunigen, Muskeln spannen an. Der Körper bereitet sich darauf vor, anzugreifen oder wegzulaufen, auch wenn die Gefahr nur ein Satz am Abendbrottisch ist.

Wie sie in Beziehungen aussieht

Kampf heißt selten Schlagen. Es heißt lauter werden, nachsetzen, recht behalten wollen, den wunden Punkt treffen. Flucht heißt selten Weglaufen. Es heißt das Thema wechseln, ins Handy schauen, ins Büro fahren, Überstunden machen.

Beide Formen sehen wie eine Entscheidung aus. Beide sind Reflexe.

Warum sie danach so peinlich ist

Wenn die Reaktion vorbei ist, kommt der denkende Teil zurück und schaut sich an, was er angerichtet hat. Genau daraus entsteht die Scham, die viele nach einem Streit erleben, und die Ausrede „so bin ich eigentlich gar nicht“.

Sie stimmt sogar. Nur nützt sie dem anderen nichts, wenn der Satz einmal draußen ist.

Verwandte Begriffe

Dieser Eintrag dient der Orientierung und ersetzt keine Diagnose und keine Behandlung. Bei anhaltender Belastung wende dich an eine ärztliche oder psychotherapeutische Praxis. Zurück zur Glossar-Übersicht.