Amir Reichart

Hypervigilanz

Auch: Übermäßige Wachsamkeit, Alarmbereitschaft

Hypervigilanz ist ein Zustand dauerhafter erhöhter Wachsamkeit. Das Nervensystem scannt die Umgebung ununterbrochen nach Gefahrenzeichen: Stimmungen, Tonfälle, Gesichtsausdrücke. Betroffene bemerken Kleinigkeiten, die anderen entgehen, und sind davon erschöpft.

Die Fähigkeit, die als Talent durchgeht

Menschen mit Hypervigilanz gelten oft als besonders empathisch oder aufmerksam. Sie merken sofort, wenn im Raum die Stimmung kippt. Das ist keine soziale Begabung, das ist ein Frühwarnsystem, das nie abgeschaltet wurde.

Häufig entstanden bei Kindern, deren Sicherheit davon abhing, die Laune eines Erwachsenen richtig einzuschätzen.

Was sie in Beziehungen anrichtet

Wer ununterbrochen scannt, findet immer etwas. Ein kurzes Zögern, ein knapperes „ja“, ein Blick aufs Handy. Das erzeugt Nachfragen, die der Partner als Misstrauen erlebt, und die Antwort darauf bestätigt wieder das Scannen.

Verwandte Begriffe

Dieser Eintrag dient der Orientierung und ersetzt keine Diagnose und keine Behandlung. Bei anhaltender Belastung wende dich an eine ärztliche oder psychotherapeutische Praxis. Zurück zur Glossar-Übersicht.