Amir Reichart

Grenzen setzen

Auch: Abgrenzung, Nein sagen, Grenzen ziehen

Grenzen setzen heißt, klar zu sagen, was für einen selbst geht und was nicht. Eine Grenze ist keine Forderung an den anderen, sondern eine Auskunft über sich. Sie funktioniert nur, wenn man sie auch dann hält, wenn der andere unzufrieden reagiert.

Der Unterschied zur Forderung

Forderung: „Du darfst nicht mehr so mit mir reden.“ Grenze: „Wenn du in dem Ton weiterredest, gehe ich aus dem Raum.“

Die erste Version hängt davon ab, ob der andere mitmacht. Die zweite liegt vollständig in deiner Hand. Nur die zweite ist eine Grenze.

Warum es so schwer ist

Weil eine Grenze fast immer kurzfristig Unfrieden erzeugt. Wer gelernt hat, dass Unfrieden gefährlich ist, wird sie nicht halten.

Der Preis dafür ist nicht null. Er wird nur später bezahlt, in Form von Groll.

Die Probe

Eine Grenze zeigt sich nicht im Aussprechen, sondern beim ersten Mal, wenn sie überschritten wird. Was dann passiert, entscheidet, ob sie eine war.

Häufige Fragen

Wie setze ich Grenzen, ohne den anderen zu verletzen?

Gar nicht vollständig. Eine Grenze, die niemanden enttäuscht, ist meistens keine. Was du beeinflussen kannst, ist die Form: Sprich über dich statt über ihn, sag konkret, was du tun wirst, und bleib im Ton ruhig. Die Enttäuschung des anderen ist dann kein Zeichen, dass du es falsch gemacht hast.

Verwandte Begriffe

Dieser Eintrag dient der Orientierung und ersetzt keine Diagnose und keine Behandlung. Bei anhaltender Belastung wende dich an eine ärztliche oder psychotherapeutische Praxis. Zurück zur Glossar-Übersicht.