Amir Reichart

Nicht gut genug

Auch: Gefühl, nicht zu genügen, Ungenügend-Gefühl

Das Gefühl, nicht gut genug zu sein, ist eine Grundüberzeugung über den eigenen Wert, nicht eine Bewertung einer Leistung. Es entsteht früh und bleibt bestehen, auch wenn die Fakten dagegensprechen. Deshalb wird es durch Erfolge nicht widerlegt, sondern nur kurz betäubt.

Warum die Beweise nicht ankommen

Wer diesen Satz in sich trägt, sortiert die Wirklichkeit passend dazu. Lob wird zu Höflichkeit, Erfolg zu Glück, Kritik zur Bestätigung.

Das ist kein Denkfehler, den man sich abgewöhnen kann. Es ist ein Filter, der früher installiert wurde als das Denken.

Wo der Satz herkommt

Selten aus einem einzigen Ereignis. Meist aus einer Atmosphäre: Zuwendung, die an Leistung hing. Ein Elternteil, das nie ganz zufrieden war. Ein Vergleich, der immer knapp verloren ging.

Ein Kind erklärt sich das nicht mit den Erwachsenen. Es erklärt es mit sich.

Ausführlich im Blog

Verwandte Begriffe

Dieser Eintrag dient der Orientierung und ersetzt keine Diagnose und keine Behandlung. Bei anhaltender Belastung wende dich an eine ärztliche oder psychotherapeutische Praxis. Zurück zur Glossar-Übersicht.