Amir Reichart

Hypoarousal

Auch: Untererregung, Hypoerregung

Hypoarousal ist ein Zustand der Untererregung unterhalb des Toleranzfensters. Der Körper fährt herunter: Müdigkeit, Taubheit, Leere, ein Gefühl von innerer Distanz. Von außen wirkt es wie Desinteresse oder Faulheit, tatsächlich ist es ein Schutzzustand des Nervensystems.

Die Leere, die keine Ruhe ist

Menschen im Hypoarousal beschreiben es als „nichts fühlen“. Kein Ärger, keine Freude, keine Lust. Das Bett ist attraktiv, aber Schlaf erholt nicht. Der Fernseher läuft, ohne dass etwas ankommt.

Häufig folgt dieser Zustand auf eine lange Phase von Übererregung. Der Körper hat sich nicht erholt, er hat kapituliert.

Warum Antreiben nicht funktioniert

Der Reflex ist, sich zusammenzureißen. Mehr Struktur, mehr Sport, mehr Disziplin. Bei Hypoarousal führt das meistens tiefer hinein, weil das System ohnehin schon überzogen ist.

Was hilft, ist klein und langweilig: Bewegung in niedriger Dosis, Kontakt zu Menschen, Wärme, Licht, feste Zeiten. Nicht Motivation, sondern Rhythmus.

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Verwandte Begriffe

Dieser Eintrag dient der Orientierung und ersetzt keine Diagnose und keine Behandlung. Bei anhaltender Belastung wende dich an eine ärztliche oder psychotherapeutische Praxis. Zurück zur Glossar-Übersicht.