Amir Reichart

Resilienz

Auch: Widerstandsfähigkeit, Psychische Widerstandskraft

Resilienz ist die Fähigkeit, nach Belastung wieder in einen guten Zustand zurückzufinden. Sie bedeutet nicht, unerschütterlich zu sein, sondern erschüttert zu werden und zurückzukommen. Der stärkste einzelne Faktor dafür ist nicht Härte, sondern mindestens eine verlässliche Beziehung.

Das häufigste Missverständnis

Resilienz wird meistens als Panzer verstanden: nichts kommt durch, nichts wirft mich um. Gemeint ist das Gegenteil. Ein resilienter Mensch spürt die Belastung voll und findet danach zurück.

Wer nichts spürt, ist nicht widerstandsfähig. Er ist betäubt, und das ist ein anderer Zustand mit anderen Folgen.

Woraus sie tatsächlich entsteht

Aus der Forschung mit Kindern unter schweren Bedingungen kam ein überraschend einfaches Ergebnis: Entscheidend war fast immer mindestens ein Erwachsener, der verlässlich da war. Nicht Begabung, nicht Charakterstärke.

Für Erwachsene gilt das genauso. Resilienz ist zu einem großen Teil eine Frage davon, wen du hast, nicht wie hart du bist.

Häufige Fragen

Kann man Resilienz lernen?

Ja, aber nicht als Technik. Was messbar wirkt, sind drei Dinge: verlässliche Beziehungen, in denen du auch schlecht drauf sein darfst, ein Körper, der regelmäßig aus der Anspannung herauskommt, und die Erfahrung, schon einmal etwas Schweres überstanden zu haben. Das dritte kannst du nicht üben, die ersten beiden schon.

Verwandte Begriffe

Dieser Eintrag dient der Orientierung und ersetzt keine Diagnose und keine Behandlung. Bei anhaltender Belastung wende dich an eine ärztliche oder psychotherapeutische Praxis. Zurück zur Glossar-Übersicht.