Amir Reichart

Bindungstheorie

Auch: Attachment Theory, Bindungsforschung

Die Bindungstheorie geht auf John Bowlby und Mary Ainsworth zurück. Sie beschreibt, wie frühe Erfahrungen mit Bezugspersonen prägen, wie ein Mensch später Nähe erlebt. Aus wiederholten Erfahrungen entsteht ein inneres Arbeitsmodell davon, ob andere verlässlich sind und man selbst es wert ist.

Was ein Kind lernt, bevor es sprechen kann

Ein Säugling stellt zwei Fragen, ohne sie formulieren zu können. Komme ich an, wenn ich rufe? Und bin ich es wert, dass jemand kommt? Die Antworten darauf werden nicht als Erinnerung gespeichert, sondern als Erwartung.

Diese Erwartung ist das, was dreißig Jahre später in einer Partnerschaft mit am Tisch sitzt.

Warum das keine Ausrede ist

Bindungsmuster erklären, sie entschuldigen nicht. Sie sagen, warum jemand bei Nähe dichtmacht. Sie sagen nicht, dass es so bleiben muss.

Bindungsstile sind veränderbar, vor allem durch neue Beziehungserfahrungen. Das dauert, und es geht nicht durch Vorsatz.

Verwandte Begriffe

Dieser Eintrag dient der Orientierung und ersetzt keine Diagnose und keine Behandlung. Bei anhaltender Belastung wende dich an eine ärztliche oder psychotherapeutische Praxis. Zurück zur Glossar-Übersicht.