Amir Reichart

Entwicklungstrauma

Auch: Frühkindliches Trauma, Developmental Trauma

Entwicklungstrauma entsteht nicht durch ein einzelnes Ereignis, sondern durch wiederholte Erfahrungen in der Kindheit: fehlende Zuwendung, unberechenbare Bezugspersonen, emotionale Vernachlässigung. Es prägt, wie ein Mensch Nähe, Sicherheit und den eigenen Wert erlebt.

Das Trauma, an das sich niemand erinnert

Viele Menschen mit Entwicklungstrauma beschreiben eine ganz normale Kindheit. Kein Schlagen, kein Schreien, keine Katastrophe. Und genau darin liegt die Schwierigkeit: Das Prägende war nicht, was passiert ist, sondern was gefehlt hat.

Ein Kind, das nie erlebt hat, dass jemand kommt, wenn es weint, entwickelt keine Erinnerung an ein Ereignis. Es entwickelt eine Grundhaltung.

Wie es im Erwachsenenleben aussieht

Als Schwierigkeit, um etwas zu bitten. Als Gefühl, sich Nähe verdienen zu müssen. Als Unfähigkeit, sich fallen zu lassen, obwohl der Partner verlässlich ist. Als beständiges Gefühl, irgendwie nicht zu genügen.

Das ist der Grund, warum manche Menschen mit einem sehr guten Leben trotzdem nicht ankommen.

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Verwandte Begriffe

Dieser Eintrag dient der Orientierung und ersetzt keine Diagnose und keine Behandlung. Bei anhaltender Belastung wende dich an eine ärztliche oder psychotherapeutische Praxis. Zurück zur Glossar-Übersicht.