Amir Reichart

Co-Regulation

Auch: Koregulation, Ko-Regulation

Co-Regulation ist der Vorgang, bei dem ein ruhiges Nervensystem einem aufgewühlten hilft, sich zu beruhigen. Über Stimme, Blick, Tempo und Nähe signalisiert ein Mensch dem anderen, dass keine Gefahr besteht. So beruhigt sich ein Kind auf dem Arm, und genau das brauchen auch Erwachsene.

Warum Reden allein nicht reicht

Zwei Menschen können sich sehr gut verstehen und trotzdem nie herunterkommen. Denn Verstehen passiert im Kopf, Beruhigung passiert im Körper, und der Körper hört nicht auf Argumente.

Deshalb läuft „red doch mit ihm“ so oft ins Leere. Der Zustand muss zuerst kippen, dann trägt das Gespräch.

Wer zuerst geht

Co-Regulation braucht mindestens einen, der nicht mitkippt. Das ist unfair und trotzdem wahr. Wer in dem Moment mehr Spielraum hat, geht zuerst runter, und das ist nicht immer derselbe.

Wichtig: Das ist keine Aufgabe, die dauerhaft an einem hängen darf. Wenn immer dieselbe Person reguliert, ist das keine Beziehung mehr, sondern Betreuung.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Co-Regulation und Selbstregulation?

Selbstregulation machst du allein: Du beruhigst deinen eigenen Zustand über Atmung, Bewegung oder Aufmerksamkeit. Co-Regulation passiert zu zweit: Ein ruhiges Nervensystem überträgt seine Ruhe auf ein aufgewühltes, über Stimme, Tempo und Nähe. Beides ist nötig. Wer nur sich selbst regulieren kann, bleibt in Beziehung trotzdem einsam.

Verwandte Begriffe

Dieser Eintrag dient der Orientierung und ersetzt keine Diagnose und keine Behandlung. Bei anhaltender Belastung wende dich an eine ärztliche oder psychotherapeutische Praxis. Zurück zur Glossar-Übersicht.